Familie verstehen

Grafik eines Computers. Auf dem Monitor sieht man das Schwarzweißbild einer Familie Anfang des 20. Jahrhunderts. © www.online-coaching-ott.de

Als Kinder werden wir in eine Familie hineingeboren und bleiben mit ihr im Normalfall unser Leben lang verbunden. Um die manchmal komischen Eigenarten unserer Familie verstehen zu können müssen wir akzeptieren, dass wir nicht nur das genetische Ergebnis unserer Eltern sind. Wir sind auch das Produkt einer langen Reihe von Vorfahren, von denen jeder Gutes und Schlechtes erlebt hat.
Manches aus diesem Erfahrungsschatz wurde in Form von direkten oder verborgenen Botschaften und Glaubenssätzen, als Verbote oder Erlaubtes, als Tradition oder sogar in Form von Geheimnissen an Kinder und Enkel übertragen.

Unbewusste Erbstücke

Die meisten dieser Botschaften verlieren über die Jahre ihre Sinnhaftigkeit und werden daher wieder vergessen. Manchmal werden wir aber noch von Überzeugungen beeinflusst, deren Ursprung wir nicht mehr kennen und deren Urheber schon lange vergessen sind. Sie existieren in unseren Familientraditionen weiter und führen dann zu Verwirrung:

„Wieso ticke ich, wie ich ticke?“ – „Wenn mich jemand für dumm hält, flippe ich aus!“ – „Ich fühle mich ständig schuldig, weiß aber nicht, wieso!“ – „Ich traue mich einfach nicht, etwas zu entscheiden. Ich denke immer, es wird sicher falsch sein!“

Der Krieg und seine Kinder

Eine ganz besondere Rolle in der Vergangenheit der Deutschen spielen nach wie vor die beiden Weltkriege, in denen unsere Väter, Großväter und Urgroßväter kämpften. Viele unserer Familienmitglieder verloren dabei auf tragische Weise ihr Leben. Flucht und Vertreibung, Hunger, Not, aber auch Schuld und Mitwisserschaft haben in unseren Familien und – wie die Wissenschaft beweisen konnte – sogar in unseren Genen Spuren hinterlassen. Wir sind Kriegskinder und Kriegsenkel, und erst in den letzten Jahren ist deutlich geworden, welche Bedeutung das noch immer für unser Verhalten und unser Empfinden hat.

Genogrammarbeit

Diese Familienverstrickungen können wir versuchen zu verstehen.
Mit Hilfe eines Genogrammes beginnen wir eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie.
Wir zeichnen dabei ein Bild aller Familienmitglieder und deren Beziehungen, suchen nach wichtigen Details und Ereignissen wie Liebe und Liebschaften, Geburten, Trennungen, Berufe, Umzüge, Kriege und Neuanfang, Krankheiten und Genesungen. Auch Mysteriöses und Vermutetes bekommt hier seinen Raum. Verdecktes und Vergessenes wird so wieder offenbar, und Wiederholungen können erkannt werden.

Inwiefern diese Erkenntnisse Bedeutung für ihr Leben und ihre Fragestellung haben, können wir im Rahmen der Beratung bearbeiten.

Eine gute Zusammenfassung zu diesem Thema und den entsprechenden Podcast zum Anhören finden Sie hier:
SWR2 – Wissen: Familienbande – Die Rolle der Vorfahren in der Psychotherapie

Genogrammsymbole von wikipedia

Familien- und Ahnenforschung

Wenn sich aus dieser intensiven Familienarbeit bei Ihnen die Lust nach mehr Information und handfesten “Beweisen” ergibt, kann ich Ihnen mit meiner 20jährigen Erfahrung als Familien- und Ahnenforscherin viele hilfreiche Tipps und Anregungen geben, wie Sie Ihre Suche am besten beginnen können.